Wertschätzung und strukturelle Veränderungen für Fürsorgearbeit | Bündnisgrüne fordern 32-Stunden-Woche für Eltern

Anlässlich des Equal Care Day, der jährlich* am 29. Februar stattfindet, spricht Ann-Sophie Bohm, Landessprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen über die drängende Notwendigkeit, Fürsorgeleistungen angemessen zu würdigen und strukturell zu verändern.

„Fürsorgearbeiten sind das unsichtbare Rückgrat unserer Gesellschaft. Ohne sie würde unser soziales Gefüge zusammenbrechen. Es ist bedauerlich, dass diese wichtige Arbeit oft zu wenig gewertschätzt wird und nicht die Anerkennung erfährt, die sie verdient“, betont Bohm. Die Landessprecherin unterstreicht, dass die ungleiche Verteilung der Care-Arbeit keine rein private Entscheidung ist, sondern durch unzureichende gesellschaftliche Rahmenbedingungen bedingt wird. „Familien geraten schnell in Spiralen, in denen eine faire Verteilung der Fürsorgearbeit zur Herausforderung wird. Vor allem Frauen sind von ungleicher Verteilung unbezahlter Fürsorgearbeiten betroffen. Für Hausarbeit, Pflege und Kinderbetreuung wenden Frauen durchschnittlich mehr als doppelt so viel Zeit auf als Männer, ohne dafür entlohnt zu werden. Das führt auch zu finanziellen Abhängigkeiten. Hier müssen wir strukturelle Veränderungen vornehmen, um eine bessere Balance zu schaffen.“

Ann-Sophie Bohm hebt hervor, dass es höchste Zeit sei, dieser Problematik mehr Aufmerksamkeit zu schenken und konkrete Maßnahmen zu ergreifen. „Es braucht weiterhin ein gut ausgebautes Netz an Kinderbetreuung, aber auch mehr Tagespflege-Angebote für pflegebedürftige Angehörige.“ Auf Bundesebene fordert Bohm eine Reform des Elterngeldes mit höheren Leistungen und verstärkten Anreizen für eine gleich verteilte Fürsorgearbeit in den ersten Monaten. „Um Eltern dabei zu unterstützen die Verantwortung für die Betreuung von Kindern gerechter zu gestalten setzen wir uns für eine 32-Stunden-Woche für beide Elternteile ein bei vollem Lohnausgleich und staatlicher Finanzierung“, so Bohm abschließend.

*Hintergrund:
Die Entscheidung, den Equal Care Day auf den 29. Februar festzulegen – einen Schalttag, der nur alle 4 Jahre stattfindet und in den Jahren dazwischen übergangen wird –, verdeutlicht die Anerkennung der Care-Arbeit als weitgehend „unsichtbare Arbeit“. Fürsorgearbeit wird häufig nicht angemessen wahrgenommen und bleibt unbezahlt.

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