Die ersten Landkreise verhängen Wasserentnahmeverbote, der Mangel an Wasser in Thüringen wird immer spürbarer. Dazu kommentiert Luis Schäfer, Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen:
„Die Sommer werden heißer und trockener. Das ist Fakt. Trotzdem verweigert sich die Voigt-Regierung, diese Realität anzuerkennen und entsprechend zu handeln. Zuletzt hat unter anderem der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ein Wasserentnahmeverbot verhängt. Thüringen muss die Priorität darauf legen, das Wasser in unserem Bundesland bestmöglich zu halten.“
Dafür fordert Schäfer:
„Zur Finanzierung der umfangreichen Maßnahmen braucht es dringend die Einführung eines Wassercents. Die meisten Bundesländer verfügen bereits über dieses Instrument. Die Regel ist ganz einfach: Wer viel Wasser verbraucht, zahlt einen kleinen Betrag und finanziert damit Maßnahmen zum Schutz unseres Wasserhaushalts. So können unter anderem Renaturierungsmaßnahmen, der Aufbau von Schwammstädten und die Beseitigung von Drainagen in der Landwirtschaft umgesetzt werden.“
Hintergrund: Der Wassercent – auch Wasserentnahmeentgelt – ist eine Abgabe auf die Entnahme von Grund- und Oberflächenwasser. Sie wird vor allem von Unternehmen, der öffentlichen Wasserversorgung und anderen Großverbrauchern entrichtet und folgt dem Verursacherprinzip: Wer größere Mengen Wasser nutzt, leistet einen Beitrag zum Schutz der Ressource. Die Einnahmen werden in Maßnahmen zum Erhalt des Wasserhaushalts investiert, etwa in die Renaturierung von Flüssen und Auen, die Wiedervernässung von Mooren, die Verbesserung der Grundwasserneubildung oder die klimaresiliente Umgestaltung von Städten zu sogenannten Schwammstädten. Ein Wasserentnahmeentgelt ist bereits in den meisten Bundesländern etabliert, darunter Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Thüringen gehört bislang zu den wenigen Ländern, die kein entsprechendes Instrument eingeführt haben.